Archiv Mai 2007

Kirchentags-Beilage erschienen

Abgelegt unter Fotografie am 31.05.2007

Heute ist der Rheinische Merkur mit der Beilage zum Evangelischen Kirchentag in Köln erschienen. Zwei lange Texte habe ich für sie erarbeitet, viele Fotos gemacht. Was aber fehlt, sind meine Holga-Bilder. Ausgerechnet! Das sind für mich die eigentlichen Kirchentagsbilder. Skurril, einmal etwas völlig anderes. Wenn sie nicht doch noch erscheinen, bringe ich sie auf meinem Blog nächsten Mittwoch pünktlich zum Kirchentagsauftakt in Köln.

Reiseagentur für Vertriebene

Abgelegt unter Allgemein am 30.05.2007

Über zwei Stunden telefonierte ich heute von Berlin aus in einen würtembergischen Ort. Ich recherchiere wieder eimmal eine unglaubliche Geschichte: Es geht um eine Tochter, die ihrer betagten Mutter hilft, einen Lebenstraum zu erfüllen: Sie möchte ihr das Elternhaus, von dem sie während des Krieges aus Ostpreussen vertrieben wurde, zeigen. Mit Hilfe von Studenten der Viadrina-Universität, die mit “Heimatreise” eine Art Reiseagentur für Vetriebene führen, fanden sie dann tatsächlich das Elternhaus, von dem sie glaubten, es sei im Weltkrieg zerstört worden. Alles ist noch da, nur mit neuen Besitzern. Mit den Studenten fuhr die Familie nach Polen und begab sich auf eine berührende Zeitreise in eine Phase der Geschichte, die von Flucht und Vertreibung, von Leid auf Seiten der Polen und der Deutschen zeugt. “Es war das Abenteuer meines Lebens”, sagte die alte Dame am Telefon noch. Die Reportage dazu folgt demnächst.

Fotoarchivarbeit mit John Wayne an Pfingsten

Abgelegt unter Allgemein, Berlin am 27.05.2007

In Berlin goss es über Pfingsten aus allen Kübeln. Zehn Minuten Dauerregen, schon wurde in der Stadt wieder der Ausnahmezustand ausgerufen. Ein unglaubliches Mistwetter. Genau richtig, um all die unlängst in Brüssel, Paris und Lourdes gemachten Bilder zu archivieren. 1500 Stück waren es mindestens wieder. Dankbarerweise war das TV-Programm top. Zum 100. von John Wayne brachten sie Klassiker des “Dukes” wieder: “Mit Dynamit und frommen Sprüchen”, “Rio Bravo” und natürlich “Red River”. Ich liebe diese Streifen bis heute. Schade, dass Wayne heute bei Jüngeren hauptsächlich als waffennärrischer Republikaner gesehen wird. Glaubt man aber Katharine Hepburn - und ihre Biographie “Ich” lese ich gerade - war John Wayne wohl ein absolut gradliniger Zeitgenosse. Jedenfalls war er eine echte Type.

Zabel, Ulrich und Co.

Abgelegt unter Allgemein am 25.05.2007

Heute hörte ich das Doping-Geständnis von Bjarne Riis im Radio. Was für eine schwarze Woche für den Rad-Sport. Seit Jahren freue ich mich stets auf die Tour de France, feuerte wie Millionen vor allem Ulrich an. Und jetzt, alles Lug und Betrug. Diese Leute haben Millionen verdient mittels Doping. Ich bin extrem sauer und enttäuscht.

Berlin rüstet sich zum G8

Abgelegt unter Berlin am 23.05.2007

In dieser Nacht brannte in der Lychener-Strasse bei mir um die Ecke ein Auto. Auf dem Helmholtz-Platz verteilten tagsüber junge Leute an pikierte Touristen Flyer über den G8 in Heiligendamm. Man merkt ganz deutlich: Das linke Berlin rüstet sich zum grossen Showdown an der Ostsee. Was mich bei den Globalisierungsaktionen tatsächlich erstaunt: Estmals seit Ewigkeiten arbeiten linke Gruppierungen zusammen, die sich lange nicht grün waren. Von der katholischen Pax Christi, der PDS und Inkota ist fast alles aus dem gesellschaftskritischen Spektrum dabei. Was wächst da heran?

Mit Bowie, Iggy und Bono durch Berlin

Abgelegt unter Berlin-Stadtentwicklung, Berlin-Kunstszene am 19.05.2007

Ich war vom Flug noch hundemüde, dennoch schälte ich mich heute aus dem Bett, nahm den Taxi (die U2 ist teilweise wieder mal lahmgelegt) und stand pünktlich um 12.30 Uhr vor dem Hotel Adlon am Brandenburger Tor. Von dort ging es per Bus los auf eine Tour quer durch die Pop- und Rockhistorie von Berlin. Ich habe vom Berlin-Guide nicht allzuviel erwartet, aber es war unglaublich spannend: Er erzählte, wie es war, als Jacko am Reichstag zu Mauerzeiten spielte; Wo U2 in den Hansastudios “Achtung Baby” aufnahmen; Er führte uns zur schmucklosen Wohnung in der Hauptstrasse 155, wo David Bowie und Iggy Popn in den siebziger Jahren einst ihre Exzesse auslebten und wo “Wir sind Helden” ihr Gemüse einkaufen. Ein grosser Schock wiederfuhr mich, als wir die Oberbaumbrücke in Kreuzberg passierten. Von dort konnte man es in der Stadtlandschaft sehen: Mitten am Oststrand prangt ein riesiges Werbeschild für die O2-Arena, die hier gerade ensteht. Schreck lass nach! Schnell in dieser Gegend noch alles geniessen und fotografieren. Hier wird in nicht allzulanger Zeit alles yuppisiert sein. Mein geheimer Wunsch: Hoffentlich mäht einer in der Zwischzenzeit wenigstens dieses hässliche Werbeschild um. …

Mit “Holga” in Köln

Abgelegt unter Fotografie am 18.05.2007

Ein arbeitsreicher Tag in Köln stand mir heute bevor. Ich verabschiedete mich heute schon früh um 7.30 Uhr von den Dominikanerpaters und nutzte das gute Licht, um rund um den Kölner Dom Holga-Bilder zu machen. Man weiss bei dieser experimentellen Kamera nie, was dabei heraus kommt. Toll wäre aber, wenn für die Kirchentagsbeilage im Merkur ein Holga-Bild dabei wäre. Um 10 Uhr dann das Interview mit Verantwortlichen in der Antonitercitykirche. Die Kirche und das Café Stanton, eine echte Entdeckung! Aber ein Stress war das: Gute Bilder, Interviews und Stadtführungen, alles musste abgearbeitet werden. Als ich am Flughafen Köln-Bonn in den Airberlin-Flieger stieg, wusste ich, was ich gemacht habe. Am Abend: Ausklang auf RTL mit Hape Kerkeling’s Schilderungen zu seinem Bestseller “Ich bin dann mal kurz weg” über den Jakobsweg. Ich war dann auch mal weg.

Mit Aussenminister Steinmeier nach Bonn

Abgelegt unter Fliegen am 17.05.2007

Heute ging es los mit der Recherchetour nach Köln zum Kirchentag. Beim Checkin in Tegel wunderte ich mich schon ob der Kamerateams. Ein Popstar? Lustigerweise sass ich dann zwei Reihen hinter Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, der wohl an Christi Himmelfahrt auch nach Bonn musste. Nicht mit der Regierungsmaschine, aber mit Airberlin. Sympathisch. Beim Betreten der Gangway wurde gedreht. Ich, mit Stativ und Fotoweste hinter dem Aussenminister. Wie das wohl aussah. … Mit fotografieren war heute nichts, Köln lag unter einer dicken Nebelsuppe. Gegen Abend dann Interviews in der Kölner Kulturkirche in Nippes und anschliessend das Konzert von der Jazzgruppe um “Clueso”. Ein tolles Konzert, ein toller Abend. Ich habe selten so viele junge Leute in und um eine Kirche gesehen.Übernachtung schliesslich im Dominikanerkonvent Heilig Kreuz in Köln-Lindental. Wie schon zum Weltjugendtag 2005.


© 2007 Vera Rüttimann