Archiv der Kategorie 'Berlin'

Stromausfall

Abgelegt unter Berlin am 06.10.2008

Stromausfall an der Raumerstrasse und etlichen Strassen im Prenzlberg mehr. Während ich dies schreibe, weiss ich nicht, wie lange der Strom hält. 3 Mal ging das Licht an einem Abend schon aus. Das letzte Mal habe ich dies in den 90ern erlebt, als in der Hochphase des Baubooms in Berlin immer wieder mal Bagger die falschen Kabeln erwischten. Stundenlang ging dann nichts mehr. Meist passierte das auch noch in den Nachtstunden, wo einige Bauarbeiten bevorzugt über die Bühne gingen. Genau in den Stunden auch, wenn Journalisten arbeiten wollen. In meinem damaligen Büro an der Rosenthaler 39 holte Kevin dann meist den Cognac aus dem Schrank.

Freude, schöner Götterfunken

Abgelegt unter Berlin am 03.04.2008

Karajan überall in der Glotze. Manches schon oft gesehen und gehört. Dennoch heute Abend, ein Highlight. Beethovens 9. Symphonie, dirigiert von ihm selbst. Tränen. Sie wird für immer einer der Soundteppiche sein zu den Tagen des Berliner Mauerfalls im November 1989. Wer es erlebt hat, weiss: Die passende Musik zu einer historischen Zeitenwende, zu einer Zäsur in der Geschichte. Dirigiert hatte das legendäre Konzert dazu aber Leonhard Bernstein. Das Konzert-Plakat habe ich immer noch.

Fiese Hunde, Kinder-Alarm

Abgelegt unter Berlin am 10.02.2008

Ein warmer Februar-Sonntag. Runter zum Galao, Zeitunglesen, Kaffee trinken. Als ich mir alles gemütlich einzurichten begann, ging alles blitzschnell. Kuchen weg gefressen, Latte macciato umgeschmissen. Grosse Sauerei. “Blödes Vieh!”, sagte ich laut. Das kam nicht gut an. Statt verständnisvollem Kopfnicken erntete ich lange, böse Blicke. Sehr böse Blicke. Merke: Äussere vor Deutschen (vor allem Berlinern) nie etwas Negatives über Hunde. Fall II: In der “Welt am Sonntag” las ich in einem Report, dass viele Mütter ihre Kinder neuerdings auch (oh nein!) in coole Clubs wie das Cookies mitnehmen würden. Dort - und an etlichen anderen Szene-Orten auch - gebe es neuerdings immer mehr Kinderecken. Und spezielle Kindertage. Kindertage! Ich wurde dunkelrot im Gesicht, mein Frust stieg ins Unermessliche. Kinder gehören auf Spielplätze, nicht aber in Überzahl in Clubs und Szenekaffees. Mit ihrem Kinderkram nimmt man unseren Orten den Groove, das Coole, dass wir doch so an ihnen lieben. Kinderwagen vor dem Cookies? Was für eine Gemeinheit. “Blöde Kinder”, moserte ich mehrmals, als ich die Kastanienallee hochlief. So weit ist es mit Mitte und Prenzlberg gekommen. Ab heute träume ich nicht mehr nur von rauchfreien Zonen, sondern auch von kinderfreien Zonen. Ich bin gewiss nicht die einzige.

Rockende Echsen zum Berlinale-Auftakt

Abgelegt unter Berlin am 08.02.2008

Frühstück im “Eckstein”. Der Tagesspiegel sprach heute von rockenden Echsen und züngelnden Panzertieren auf der Bühne. Klar, damit sind die Rolling Stones gemeint, denen gestern im Berlinale-Auftakt-Film “Shine a Light” gehuldigt wurde. Die Stadt wird in diesen Tagen erstmals so richtig wieder zum Genuss. Partys im Borchardts, Kameraschlachten am Potze, Filmfieber in den Lichtspielhäusern. Geniessen konnte ich das alles heute noch nicht, die Vorbereitungen zu meiner Recherche-Reise nach Leipzig standen an.

“Der beste Ort auf dem Planeten”

Abgelegt unter Berlin, Berlin-Kunstszene am 07.02.2008

“Der beste Ort auf dem Planeten” übertitelte die Süddeutsche heute einen Artikel über die Gründe, weshalb immer mehr Künstler aus aller Welt Berlin als neue und kreative Wahlheimat schätzen. Dachte: Ein bisschen grössenwahnsinnig geraten der Titel, aber irgend etwas ist daran nicht verkehrt.

Schluss mit schloten auch am Helmholtzplatz

Abgelegt unter Berlin am 04.02.2008

Was für eine herrliche Luft abends in den Kneien. Selbst an meinem Wohnort, dem Helmholtz-Platz, sind die Lokale jetzt erstmals geniessbar. Die Raucher tun mir zwar leid vor der Tür, aber keine Zigarette stört jezt mehr beim Essen. Da und dort wird zwar noch geschmaucht, doch auch an diesem Platz, den Kenner mit seinen 14 unterschiedlichen und bunten Kneipen zum Mikrokosmos der Berliner Gastronomie zählen, hat das neue Rauchergesetz das Lebensgefühl für nicht wenige entscheidend positiv verändert.

Flug Zürich-Berlin

Abgelegt unter Fliegen, Zürich, Berlin am 20.01.2008

21.15 Uhr, Flug Zürich-Berlin. Endlich, Stadt ich komme.

Flug Berlin-Zürich

Abgelegt unter Fliegen, Zürich, Berlin am 21.12.2007

Rein in den Taxi nach Tegel, ab nach Zürich. Von Berlin war ich wieder bedient. Zu finster das Wetter, zu gestresst die Leute. Kaum Schlaf, machte ich mich um 10 Uhr auf, meinen neuen Sony Vaio zu holen. In einem Zürcher Industrie-Viertel angekommen, war ich ernüchtert: Jedes zweite Numernschild dort war ein deutsches. Ich will ja in der Schweiz absolut nicht mit Alphorn und Kühen empfangen werden. Auch habe ich nichts gegen Ausländer, ich habe zudem viele gute deutsche Freunde. Doch prickelnd ist ein solcher Anblick nicht. Zürich macht mir in dieser Hinsicht zunehmend kein Spass mehr. Mein Heimatgefühl verschwindet immer mehr. Auch beim Anblick des neuen Riesenschildes der “Deutschen Bank” gegenüber dem Hauptbahnhof. Zürich, und nicht nur das, wird immer verdeutschter. Ich notiere hier etwas öffentlich, was viele nur mit unter dem Tisch gehaltener Faust leise denken. Wie gut tat anschliessend der Nachmittag bei einem Freund in Kriens und die anschliessende Vorstellung im Winterzirkus Salto Natale in Zürich-Kloten.


© 2008 Vera Rüttimann